Ergänzende Bewegungsangebote
Für Rheumakranke medizinisch sinnvolle ergänzende Angebote können sein:
Yoga
Yoga wurde vor Tausenden von Jahren in Indien als spirituelle Übung entwickelt. In der klassischen Sprache Indiens bedeutet Yoga „Vereinigung“. Es gibt viele Richtungen des Yoga. Besonderen Wert auf die körperlichen Übungen legt das Hatha-Yoga. Die gymnastischen Übungen im Hatha-Yoga trainieren auch die Beweglichkeit. Eine besonders milde Form des Yoga ist das so genannte Viniyoga, auch Flow-Yoga genannt, das den Schwerpunkt auf die Atmung legt.
Die Methode ist mit der Einschränkung einzelner Übungen prinzipiell auch für Patient*innen mit rheumatischen Erkrankungen geeignet. Insbesondere bei Funktionsstörungen der Gelenke ist es jedoch ratsam, vor Beginn Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu nehmen.
Walking
Walking, das englische Wort für Gehen, bezeichnet ein gelenkschonendes Lauftraining. Es hat positive Effekte auf den gesamten Organismus. Beim so genannten Nordic-Walking wird durch den Einsatz von Stöcken der Bereich des Oberkörpers mit trainiert. Eine sanftere Form stellt das Stick-Walking dar, bei dem die Stöcke u.a. der Stützung des Oberkörpers und der Arme dienen.
Die Methode ist auch für Patient*innen mit rheumatoider Arthritis, Arthrosen und Fibromyalgie geeignet. Bei schweren Funktionsstörungen der Gelenke und Begleiterkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems ist es ratsam, vor Beginn Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu nehmen.
Aqua-Jogging und Aqua-Gym
Aqua-Jogging und Aqua-Gymnastik stammen aus dem Bereich der „Aqua-Fitness“. Durch Übungen im Wasser werden gelenkschonend Muskeln und Sehnen trainiert und die Leistungsfähigkeit gesteigert.
Aqua-Fitness unterscheidet sich vom Funktionstraining, da die Übungen nicht gezielt auf spezielle Muskeln, Gelenke usw. einwirken. Die Übungen können aber eine Ergänzung zur Steigerung der allgemeinen Leistungsfähigkeit bilden.
Die Methode ist mit Einschränkung, einzelne Übungen bedingt für fast alle Patient*innen mit rheumatischen Erkrankungen geeignet, besonders auch für Patienten mit rheumatoider Arthritis und Fibromyalgie. In der Regel finden die Übungen aber nicht im warmen Wasser statt!
Insbesondere bei schweren Funktionsstörungen der Gelenke und Begleiterkrankungen aus dem Herz-Kreislauf Bereich ist es unbedingt ratsam, vor Beginn Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu nehmen.
Aqua-Jogging ist nur für Schwimmer geeignet!
Pilates-Training (ohne Gerät)
Die Methode basiert auf ein Lebenswerk von Josef Pilates (1880-1967). Er entwickelte eine Verschmelzung der fernöstlichen und europäischen Trainingslehren. Pilates kombiniert die Vorteile von Yoga (Dehnung und Konzentration) und Muskelkonditionierung und Ausdauertraining. Es wird mit sanften Bewegungen trainiert. Es gibt kein Hüpfen, Springen oder Reißen beim Training. Oberste Prämisse ist die der natürlichen Wirbelsäulenform entsprechende Übungshaltung und die damit verbundene Sicherheit. Pilates ist ein sanftes Ganzkörpertraining, das die tiefliegenden Muskeln arbeiten lässt und die Körperwahrnehmung schult.
Die Methode ist mit Einschränkung einzelner Übungen für alle Patient*innen mit rheumatischen Erkrankungen, besonders auch für Patient*innen mit rheumatoider Arthritis und Fibromyalgie, geeignet.
Tai Chi
Tai Chi Chuan oder auch verkürzt Tai Chi ist eine meditative Bewegungskunst, die ihre Wurzeln in China hat. Es heißt übersetzt „das höchste Prinzip“.
In 37 Bewegungsfolgen werden Übungen nacheinander langsam und gleichmäßig mit fließenden Bewegungen ausgeführt. Durch Tai Chi wird die Muskulatur leicht trainiert, der Körper wird frei beweglich, Sehnen und Gelenke werden flexibler, Verspannungen werden behoben.
Die Methode ist mit der Einschränkung einzelner Übungen prinzipiell auch für Patient*innen mit rheumatischen Erkrankungen geeignet.
Qi Gong
Qi Gong gilt als zweite Säule des Tai Chi. Es besteht aus gezielten Atem- und Energieübungen, die die Haltung verbessern und Verspannungen und Blockaden in Nacken, Schulter, Rumpf und Beinen lösen sollen.
Die Methode ist mit der Einschränkung einzelner Übungen prinzipiell für Patient*innen mit rheumatoider Arthrtis, Arthrosen und Fibromyalgie geeignet.
Feldenkrais
Die Feldenkrais-Methode wurde begründet vom israelitischen Physiker Moshe Feldenkrais (1901-1984). Sie ist eigentlich kein Bewegungsprogramm, sondern ein spezielles Verfahren zur Gestaltung von Lernprozessen, das aber als mögliches Ergebnis die Veränderung der eigenen Bewegungsorganisation, das Zusammenspiel von Körperteilen, Koordination und Bewegungsqualität einschließt.
Die Methode ist für Patient*innen mit rheumatoider Arthritis, Arthrosen und besonders für Patient*innen mit Fibromyalgie geeignet.
Schmerzbewältigungs-Kurse
Schmerzbewältigungs-Kurse und Schmerzbewältigungs-Programme werden in der Regel von einem Psychologen angeleitet. Sie lernen den Kreislauf des Schmerzes kennen und Wege, diesen zu durchbrechen. Einführungen in verschiedene Entspannungsmethoden runden die Programme ab. So finden Sie heraus, welche Methode für Sie die beste ist. Denn Schmerz ist individuell verschieden und wird verschieden wahrgenommen.
Autogenes Training
Das autogene Training ist in Deutschland eines der häufigsten angewandten Entspannungsverfahren. Das Konzept wurde von dem Arzt und Psychotherapeuten Professor Johann Heinrich Schultz (1884-1970) in den 20iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelt. Durch Suggestion und Vorstellungskraft lässt sich das Gefühl der Entspannung (autogen) herbeiführen.
Das autogene Training umfasst sechs oder sieben Grundübungen. Diese sollten nur unter Anleitung erfahrener Therapeut*innen erlernt werden, sonst schleichen sich oft Fehler ein, die die Effektivität der Methode schmälern.
Autogenes Training kann im Liegen und im Sitzen durchgeführt werden und ist somit zur Schmerzbewältigung bei allen rheumatischen Erkrankungen geeignet.
Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
Die progressive Muskelentspannung ist ein Entspannungsverfahren, das der US-amerikanische Arzt Edmund Jacobson in den 20iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelt hat. Jakobson hatte bei seinen Patient*innen beobachtet, wie sich psychische Belastungen und Muskelverspannung gegenseitig verstärken können. Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelte er ein Verfahren zur Lockerung der gesamten Muskulatur. Die Technik wird auch als „progressive Relaxation“ bezeichnet.
Das Grundprinzip der Übungen besteht darin, dass eine Muskelgruppe zunächst kräftig angespannt und danach entspannt wird. Alle Muskelgruppen des Körpers werden nacheinander angesprochen (daher die Bezeichnung „progressiv“: voranschreitend).
Progressive Muskelentspannung kann im Liegen und im Sitzen durchgeführt werden und ist somit zur Schmerzbewältigung bei allen rheumatischen Erkrankungen geeignet.