Rheuma braucht Bewegung – regelmäßig und kontinuierlich
Gezielte regelmäßige Bewegungstherapie ist bei den meisten rheumatischen Erkrankungen unverzichtbar. Mangelnde Bewegung kann zu Schäden in Gelenken führen, die nicht wieder gut zu machen sind!
Die Deutsche Rheuma-Liga bietet deshalb eine speziell auf Rheumakranke abgestimmte Bewegungstherapie an: Das Funktionstraining. Es wird in 30° warmem Wasser oder als Trockentherapie durchgeführt.
Viele Arbeitsgemeinschaften bieten für Mitglieder zudem weitere ergänzende Bewegungsangebote und mehr.
Fragen & Antworten zum Funktionstraining
Was ist Funktionstraining?
Auch wenn die Gelenke schmerzen, müssen sie in Bewegung gehalten werden, sonst verschlimmert sich ihr Zustand. Dies gilt für Arthrose genauso wie für entzündete Gelenke. Deshalb hat die Deutsche Rheuma-Liga ein ganz spezielles Bewegungstraining entwickelt:
Das Funktionstraining – die erfolgreiche Bewegungstherapie für Rheumakranke.
Funktionstraining in Form von Warmwasser- und Trockengymnastik ist eine wichtige Säule in der Therapie rheumatischer Erkrankungen. Es erhält Muskel-, Gelenk- und Wirbelsäulenfunktionen und verbessert die Beweglichkeit.
Funktionstraining wirkt gezielt auf spezielle körperliche Strukturen (Muskeln, Gelenke usw.) ein. Teilnehmende sollten über die notwendige Mobilität sowie physische und psychische Belastbarkeit für bewegungstherapeutische Übungen in der Gruppe verfügen.
Ziel des Funktionstrainings ist der Erhalt und die Verbesserung von Funktionen einzelner Körperteile, das Hinauszögern von Funktionsverlusten, die Schmerzlinderung, die Bewegungsverbesserung und die Hilfe zur Selbsthilfe.
Funktionstraining unterscheidet sich somit vom Rehabilitations-Sport!
Dieser wirkt mit den Mitteln des Sports und sportlich ausgerichteter Spiele ganzheitlich auf die bestehende oder drohende Behinderung und hat das Ziel, Ausdauer und Kraft, Koordination und Flexibilität zu verbessern und das Selbstbewusstsein zu stärken.
Was erwartet mich beim Funktionstraining?
Bei der Deutschen Rheuma-Liga wird Funktionstraining von Physiotherapeut*innen mit speziellen Kenntnissen über rheumatische Erkrankungen durchgeführt.
Die Gruppe bietet dabei Halt, Motivation und die Möglichkeit zum Austausch. Umso mehr gilt dies für Gruppen ähnlicher Diagnosen. In der Gruppe fallen die Übungen leichter. Trotzdem geht niemand in der „Menge“ unter: Die Therapeut*innen können auf individuelle Beschwerden der Teilnehmenden eingehen.
Hier wirken sich die von der Deutschen Rheuma-Liga NRW angebotenen regelmäßigen Fortbildungen für Therapeut*innen positiv aus und bürgen für die hohe Qualität der Übungen.
Wo findet das Funktionstraining statt?
Die Deutsche Rheuma-Liga NRW bietet Funktionstraining flächendeckend in Nordrhein-Westfalen über ihre 95 örtlichen Arbeitsgemeinschaften an. Die Organisation liegt dabei in den Händen der Ehrenamtlichen, die mit hohem Zeitaufwand und Einsatz dieses professionelle Angebot aufrecht erhalten. Geleitet vom Gedanken der Hilfs- und Selbsthilfegemeinschaft leisten sie damit einen unbezahlbaren Beitrag zur Versorgung rheumakranker Menschen in Nordrhein-Westfalen.
Auch in Deiner Nähe befindet sich eine Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Rheuma-Liga NRW e.V.! Über die Suchfunktion findest Du Deine Arbeitsgemeinschaft. Dort hilft man Dir gerne in allen Fragen zur Anmeldung, Durchführung und Finanzierung weiter.
Wird Funktionstraining von der Ärztin/vom Arzt verordnet?
Die positive Wirkung des Funktionstrainings wird auch von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt. Sie übernehmen daher die Kosten für einen – leider nur begrenzten – Zeitraum. In der Regel ist dies ein Jahr, bei manchen Diagnosen werden auch zwei Jahre genehmigt.
Eine Zuzahlung wie bei der Krankengymnastik als Heil- und Hilfsmittelverordnung ist von den Versicherten nicht zu leisten.
Funktionstraining ist eine begehrte Therapie. Einige Arbeitsgemeinschaften führen daher Wartelisten. Damit Dir keine Therapiezeiten verloren gehen, nimmst Du daher am besten sofort Kontakt mit Deiner Arbeitsgemeinschaft auf, wenn die Ärztin oder der Arzt Dir eine Verordnung von Funktionstraining empfiehlt. Wegen der hohen Auslastung kann es vorkommen, dass Deine Arbeitsgemeinschaft Dir nur eine wöchentliche Teilnahme an der Therapie ermöglichen kann, obwohl Deine Ärztin oder Dein Arzt Dir zwei Therapietermine in der Woche verordnet hat. Denke bitte solidarisch und ermögliche auch anderen die Teilnahme an diesem für Rheumakranke wichtigen Bewegungsangebot.
Die Krankenkassen begrüßen eine Mitgliedschaft in der Deutschen Rheuma-Liga NRW e.V. auf freiwilliger Basis, um die eigenverantwortliche Durchführung des Bewegungstrainings zu fördern und nachhaltig zu sichern. Eine Mitgliedschaft ist jedoch für die Teilnahme während der Dauer der Verordnung nicht verpflichtend. Selbstverständlich freuen wir uns, wenn Du uns durch Deine Mitgliedschaft auch in diesem Zeitraum unterstützt. Bedenke bitte, dass alle Angebote durch Ehrenamtliche geleistet werden, die sich durch ihren Einsatz mit Dir solidarisch zeigen. Durch Deine Mitgliedschaft gibst Du für dieses Engagement etwas zurück. Und zudem ist eine Mitgliedschaft auch für Dich persönlich ein echtes Plus. Du möchtest mehr über die Vorteile einer Mitgliedschaft erfahren?
Funktionstraining – Und dann?
Funktionstraining ist eine für Rheumabetroffene wichtige Therapie. Bewegungsübungen sind ein Leben lang nötig, um die Funktion der Gelenke zu erhalten. Am besten unter fachlicher Anleitung!
Die Deutsche Rheuma-Liga NRW bietet ihren Mitgliedern daher an, als Selbstzahler weiter zu therapieren. Nach Ablauf des kassenfinanzierten Funktionstrainings schließt Du dafür mit uns eine Vereinbarung. Dein Vorteil: Du kannst in der gewohnten Gruppe und Qualität im Kreise der Dir bekannten „Mitstreiter*innen“ weitermachen.
Nähere Informationen findest Du in hier oder bei Deiner Arbeitsgemeinschaft.
Funktionstraining für Privatversicherte
Mit den privaten Krankenversicherungen bestehen keine Verträge zur Durchführung des Funktionstrainings. Privat versicherte Mitglieder können daher ausschließlich als Selbstzahlende an der Therapie teilnehmen. Voraussetzung hierfür ist die ärztliche Verordnung des Funktionstrainings.
Nähere Informationen findest Du in hier oder bei Deiner Arbeitsgemeinschaft.
NEU: Unser Zusatzangebot zum Funktionstraining
Bewegung ist gut, mehr Bewegung ist besser. Hierbei wollen wir Dich zukünftig noch besser unterstützen und bieten Dir zusätzliche Übungen zum Funktionstraining an. Diese zusätzlichen Übungen ergänzen und vertiefen das Funktionstraining. Sie tragen dazu bei, der Versteifung der Gelenke entgegenzuwirken und stärken durch die gezielte moderate Bewegung den ganzen Körper. In der Gemeinschaft gleich oder ähnlich betroffener Menschen macht Bewegung Spaß, und in der Gruppe lassen sich Sorgen und Probleme des Lebens mit der rheumatischen Erkrankung besprechen und Erfahrungen austauschen.
Die Kosten für die zusätzlichen vertiefenden Übungen liegen pauschal je Therapieart bei 48,00 € im Halbjahr, dies sind weniger als 2,00 € pro Woche. Bei bereits bestehenden kostenpflichtigen Sonderleistungen, wie z.B. der Therapie in solehaltigem Wasser, werden die Preise entsprechend kalkuliert, damit das Zusatzangebot in der Sonderleistung enthalten ist. Neu ist, dass dieses Angebot nun auch Menschen offen steht, die noch nicht Mitglied in der Deutschen Rheuma-Liga NRW sind.
Natürlich wissen auch wir, dass es Teilnehmende gibt, denen dieser Kostenrahmen schwerfällt. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass das Funktionstraining für alle rheumakranken Menschen erschwinglich sein muss. Mitglieder mit geringem Einkommen zahlen nur die Hälfte der Kosten. Dies sind 24 Euro im Halbjahr, also weniger als einen Euro pro Woche. Sprich uns gern an!
Starke Schmerzen sind bei fast allen rheumatischen Erkrankungen vorhanden. Viele Arbeitsgemeinschaften bieten Mitgliedern daher auch Schmerzbewältigungstraining und Entspannungsmethoden zur Schmerzbewältigung an. Schmerz kann positiv beeinflusst werden. Der Umgang mit der Wahrnehmung von Schmerz ist jedoch individuell unterschiedlich. Daher ist nicht jede Entspannungsmethode für jeden geeignet.
Erfolgreiche Programme sind:
Du möchtest Dich erst einmal über ein Angebot informieren? Ausprobieren, ob das Verfahren das Richtige für Dich sein könnte?
Einige unserer Seminare geben Dir einen Einblick in verschiedene Verfahren.
Ergänzende Bewegungsangebote
Die Fülle ergänzender Bewegungsangebote ist groß. Nicht alles ist für rheumakranke Menschen geeignet. Der wissenschaftliche Nutzen der Methoden ist oft nicht belegt. Dennoch können die Verfahren die Therapie unterstützen.
Interessierte sollten vor der Teilnahme Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt / ihrer Ärztin nehmen.
Einige Arbeitsgemeinschaften bieten für Mitglieder ergänzende Bewegungsangebote speziell für Rheumakranke an, soweit dieses gewünscht wird und wenn diese medizinisch sinnvoll und therapieunterstützend sind.
Die Therapien und Angebote werden von qualifizierten Fachkräften durchgeführt. Der Vorteil eines solchen Angebotes für Rheumabetroffene liegt auf der Hand: In einer Gruppe mit Gleichbetroffenen wird auf die individuellen Einschränkungen Rücksicht genommen. Die Motivation ist wesentlich höher.
Für Rheumakranke medizinisch sinnvolle ergänzende Angebote können sein:
- Yoga
- Walking
- Aqua-Jogging / Aqua-Gymnastik
- Pilates Training (ohne Geräte)
- Tai Chi
- Qi Gong
- Feldenkrais
Gemeinsam mehr bewegen!
Bewegung ist das A und O bei den meisten rheumatischen Erkrankungen. In vielen Arbeitsgemeinschaften organisieren daher Mitglieder für Mitglieder zahlreiche Aktionen und Unternehmungen, die gemeinsam mehr motivieren und Spaß machen: von Wandergruppen über Radgruppen bis hin zu gemeinsamen Spaziergängen und Ausflügen.
Du hast in Deiner Arbeitsgemeinschaft noch kein Angebot gefunden? Dann werde aktiv – initiiere es!